HMD 290: Agilität in der IT ist erschienen


Wünschen wir alle uns das nicht schon immer zu jedem unternehmensrelevanten Thema: mehr Agilität, mehr Dynamik, mehr Geschwindigkeit, weniger reden und konzipieren, dafür mehr Ergebnisse, schneller, unkomplizierter, zielgerichteter und billiger?
Ist das Agile Manifest (www.agilemanifesto.org) endlich der Stein der Weisen, die Bibel zu dieser Problemstellung, also quasi die Antwort 42 auf die Fragestellungen der IT (sollten Sie „Per Anhalter durch die Galaxis“ nicht gelesen haben, finden Sie hier eine kurze Erläuterung: http://de.wikipedia.org/wiki/42_(Antwort))?
Wie so häufig im (IT-)Leben ist man mit der deeuphorisierenden Reaktion „schau´n mer mal“ vermutlich ganz gut beraten. Das Agile Manifest postuliert Kundennähe, kurze Abstimmungszyklen und intensive Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Dienstleister zur effizienten Erstellung von Software und setzt hiermit einen Kontrapunkt zu klassischen langwierigen Entwicklungsansätzen, wie Wasserfall- oder V-Modell. Vermutlich werden einige von Ihnen die Lippen leidend zusammenkneifen, wenn Sie an die Templates denken, mit denen Sie in den letzten Jahrzehnten in Ihrem Unternehmen zur Umsetzung dieser wohl strukturierten Vorgehensweisen angehalten wurden. Es ist doch allerhöchste Zeit, dass auch in diesem Bereich der IT ein Umdenken stattfindet, man quasi auch softwareentwicklungstechnisch von der zeichenorientierten zur grafischen Benutzeroberfläche wechselt.
Wie so oft bei neuen Konzepten liegt es nahe, ihre Übertragbarkeit auf angrenzende Themengebiete zu überprüfen. Das macht Sinn – einmal denken, mehrmals nutzen – eines der Grundkonzepte wirtschaftlichen Denkens und Agierens.
Die HMD 290 widmet sich den Aufgaben, praktische Erfahrungen mit den umgesetzten Forderungen aus dem Agile Manifest vorzustellen und empirische sowie persönliche Einschätzungen zu präsentieren, methodische Unterstützung für die Realisierung der Agilität zu diskutieren und Ansätze zur Agilitätssteigerung in den Bereichen Systemarchitektur, Business Intelligence und Prozessmanagement aufzugreifen. Kann man überall dieselben agilen Methoden verwenden? Wird der Hype-Begriff der Agilität tatsächlich in allen Teilgebieten der IT identisch verstanden und verwendet oder bedient man sich der Mode, um neuen Wind in bekannten Themen zu suggerieren?
Die nächste HMD zum Schwerpunktthema “Agilität in der IT” erscheint am 22.04.13. Diskutieren Sie mit uns! Wird mit Agilität überall alles besser?
Die Verleihung des HMD Best Paper Award 2012 fand am 27.02.2013 im Rahmen der diesjährigen WI in Leipzig statt. Folgende Beiträge wurden vom HMD-Herausgebergremium mit dem HMD Best Paper Award prämiert:
Martin Wiener, Reinhard Denk
Governance von globalen IT-Projekten -
eine dynamische Kontrollperspektive
HMD 284, 49. Jahrgang, April 2012
Leider konnten Herrn Wiener und Herrn Denk an der Verleihung nicht teilnehmen.
Elisabeth Pergler, Christian Adelsberger, Christian Kittl,
Manfred Altenstrasser
Die mobile Kundenkarte
HMD 286, 49. Jahrgang, August 2012

Michael Harnisch (als Vertretung für Elisabeth Pergler) und Susanne Strahringer
Stephan Zimmermann, Christopher Rentrop
Schatten-IT
HMD 288, 49. Jahrgang, Dezember 2012

Stephan Zimmermann und Susanne Strahringer
Durch die Preisverleihung führte Frau Prof. Dr. Susanne Strahringer, HMD-Schriftleitung, die jeden Beitrag individuell würdigte und sich persönlich bei den anwesenden Preisträgern Herrn Harnisch und Herrn Zimmermann bedankte. Mit netten Gesprächen fand die Verleihung ihren feierlichen Ausklang.
Alle prämierten Beiträge sind in einer kleinen Broschüre zu finden, die wir eigens für Sie, liebe Leserinnen und Leser, zusammengestellt haben und die unter folgendem Link http://hmd.dpunkt.de/best.php zum Download bereitsteht. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Wissensgewinn bei der Lektüre und freuen uns bereits auf die nächste Verleihung des HMD Best Paper Award 2013 auf der MKWI 2014 in Paderborn.
„Die Fahrscheine bitte!“, so beginnt stets eine natürlich unangekündigte Kontrolle in Bussen und Bahnen. Wer einen Fahrschein gekauft hat, kann gelassen bleiben. Der Puls indes beginnt zu rasen und kalter Schweiß perlt bei denjenigen, die das vergessen haben. Fühlen Sie sich ertappt, wenn Sie jetzt an Ihre IT-Revision oder die IT-Prüfung im Rahmen des Jahresabschlusses denken? Bloß alles richtig machen, nichts Wichtiges vergessen, nicht auffallen?
Sicherlich, IT-Prüfer und IT-Revisoren müssen genau hinsehen und Fehler, Schwachstellen, Risiken und sonstige Probleme aufdecken. Das ist ihre Aufgabe, dafür sind sie von der Unternehmensleitung oder den Aufsichtsorganen mit weitreichenden Rechten ausgestattet.
Doch geschieht dies nicht, um zu strafen, sondern um das Unternehmen als Ganzes immer besser zu machen. Um aus Fehlern zu lernen und eine Schwäche zu korrigieren, ehe Dritte sie zu Ihrem Nachteil ausnutzen. IT-Prüfung und IT-Revision stehen eben gerade nicht für Kontrollen ohne Ende, sondern für partnerschaftliche Unterstützung und ein gemeinsames Ziel.
Hin und wieder werde ich gefragt, was mich als Hochschullehrer zur IT-Prüfung gebracht hat. Ganz praktische Überlegungen zur sinnvollen Ergänzung der betriebswirtschaftlichen Inhalte unserer Studiengänge um IT-Aspekte im Rahmen der Jahresabschlussprüfung, aber auch Erfahrungen mit IT-Controlling und IT-Risikomanagement trugen sicherlich wesentlich dazu bei. Doch gleichzeitig fiel mir auf, dass eine konsequente und gute partnerschaftliche IT-Prüfungs- beziehungsweise IT-Revisionsarbeit praktisch alle Themen der (Wirtschafts-)Informatik abdeckt. Die Arbeit in diesem Bereich ist überaus interessant und vielfältig. Nirgends sonst werden in einem Unternehmen so viele unterschiedliche IT-Themen an einer Stelle konzentriert und im Detail betrachtet, wie in der IT-Revision. Das ist weit mehr als notwendige Kontrolle. Eine gute IT-Revison fördert Sorgfalt, ohne Kreativität zu ersticken und mahnt nicht, sondern berät.
Dieses Heft ist natürlich für IT-Revisoren oder IT-Prüfer interessant. Sicherlich aber auch für alle, die in den Fachbereichen an bestehenden oder neuen IT-Lösungen (mit)arbeiten. Wir alle haben in unserer täglichen Arbeit heute irgendeinen, meist mehrere oder sogar viele Berührungspunkte mit der IT. Mit Blick auf Erhalt und Wachstum des eigenen Unternehmens und letztlich auch der eigenen Arbeitsplätze ist es sicherlich nicht ganz unwichtig, alles richtig zu machen im Umgang mit der IT. Und schließlich: In einem Prüfungs- oder Revisionsbericht zu lesen, dass man gut gearbeitet hat, zu sehen, dass man gelobt wird für seine Anstrengungen, kann schließlich auch motivieren.
Natürlich ist es in einem einzelnen Heft niemals möglich, alle Fragen in diesem sehr weiten Feld zu beantworten. Das Heft möchte daher einen Einblick in wichtige und aktuelle Aspekte aus Theorie und Praxis geben und Denkanstöße liefern, sich weiter mit der Vielfalt der Themen zu befassen.
Zwei Beiträge befassen sich beispielsweise mit der Prüfung von Geschäftsprozessen und deren Reife. Diskutiert wird auch das Thema Digitale Betriebsprüfung, in dessen Kontext Sekundärsysteme immer stärker in den Fokus rücken. Ein im Prinzip simples, doch hoch wirksames Konzept zur Absicherung besonders sensibler Daten sowie dessen Prüfung thematisiert ein weiterer Beitrag. In sehr vielen Unternehmen aktuell ist auch die Frage nach einem qualitätsgesicherten Identity- und Access Management und die Forderung nach einem Internen Kontrollsystem für elektronische Archivsysteme, weshalb diese Themen ebenfalls Eingang gefunden haben. Weitere Beiträge fokussieren auf das Grundproblem der wirtschaftlichen Spezifizierung von Kontrollmechanismen bzw. – systemen und auf Probleme im Kontext der Individuellen Datenverarbeitung (IDV). In den Fachthemen schließlich wird der Begriff des IT-Wertbeitrags näher betrachtet, was für alle Prüfer und Geprüfte gleichermaßen, interessant sein dürfte.
Mein Dank geht an die Autoren für ihre fundiert beschriebenen Forschungs- und Praxiserfahrungen. Sicherlich gibt es immer auch Aspekte, die auch kontrovers diskutiert werden können und sollen. Ich möchte Sie daher einladen, dies hier zu tun und freue mich über Ihre eigenen Erfahrungen mit den Themen IT-Prüfung und IT-Revision und Ihr Feedback zum Heft.
Die nächste HMD erscheint am 18.02.13, der Cartoon liefert Ihnen einen kleinen Vorgeschmack :-)


Am 10.12.2012 erscheint die nächste HMD mit dem Schwerpunktthema “Cloud-Service-Management”. Einen kleinen Vorgeschmack liefert schon mal der Cartoon.
Recherchen für den Einwurf (siehe http://hmd.dpunkt.de/287/einwurf.php) des taufrischen HMD 287 führten mich als bereits Social-Media-Geschädigten natürlich auch zu Youtube, wo ich zahlreiche themenverwandte Videos aufstöberte:http://www.youtube.com/results?search_query=social+media. Schuld an meinem aufkommenden Interesse an den gesellschaftlichen Veränderungen durch Social Media war allerdings eine Infografik von AssistedLivingToday (http://assistedlivingtoday.com/), die jedoch gleich wie die Youtube-Videos die Omnipräsenz der neuen Medien verdeutlicht. Mittlerweile beeinflussen Social Media die Menschheit nämlich in allen Belangen des täglichen Lebens: In der Privatsphäre, im Konsumverhalten, bei der Arbeit usw.
In meinen Augen haben wir eine Grenze der Informationsfülle überschritten und Homo Sapiens kann die selbst geschaffene Medienflut nicht mehr alleine kontrollieren. Er braucht Hilfe – maschinelle Hilfe! In meiner Vision helfen uns smarte Geräte bei der Bewältigung dieser Masse. Geräte (oder personalisierte Agenten), die von ihren Eigentümern lernen, können beispielsweise eine erste Triage von Wichtigem und Unwichtigem erzeugen, also die Spreu vom Weizen trennen. Die Idee, dem Menschen seine Freiheiten zurückzugeben, ihm zu erlauben sich wieder mit humanen Aufgaben zu befassen, Mensch zu sein, ist dabei nicht neu. Kybernetiker und Computerpioniere der ersten Stunde bezogen sich bereits auf Hilfsmittel als zukünftige Intelligenzerweiterung – eine Erweiterung, die sich von reiner Künstlicher Intelligenz abgrenzt, da sie Technologien lediglich als zusätzliche Unterstützung für die autonome, menschliche Intelligenz braucht.
Wie Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, nun hoffentlich aufgefallen ist, nähere ich (@portmane; https://twitter.com/portmane) mich dem Thema in meiner täglichen Arbeit eher aus dem technischen Blickwinkel. Ganz besonders deswegen bin ich dabei auf Beistand aus anderen Disziplinen, wie beispielsweise der Medien-, Konsum-, Gesellschafts- und/oder Hirnforschung angewiesen. Nur zusammen (und interdisziplinär) können wir nämlich die Herausforderungen von Social Media bestmöglich bewältigen – ich freue mich drauf!
Am 22.10.12 erscheint die nächste HMD mit dem Schwerpunktthema “Social Media”. Einen kleinen Vorgeschmack liefert schon mal der Cartoon :-)
